Die Hauptstraße ist das Herzstück des Ortskerns. Doch die derzeitige Gestaltung entspricht weder den gesetzlichen Vorgaben noch den Bedürfnissen der Menschen, die hier zu Fuß unterwegs sind. Die Gehwege sind auf beiden Straßenseiten deutlich zu schmal – auf der Nordseite messen sie nur rund 1,60 Meter, auf der Südseite ca. 1,70 Meter, die an manchen Stellen auf unter 1,40 Meter eingeengt werden. Poller auf der einen Seite und parkende Fahrzeuge auf der anderen zwingen Fußgänger*innen dazu, bei Begegnungen auf die Straße oder in Einfahrten auszuweichen.
Diese Situation ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich – insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Eltern mit Kinderwagen und ältere Mitbürger*innen. Dies widerspricht den bundesweit geltenden Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen (EFA), die eine Mindestgehwegbreite von 2,50 bis 2,70 Metern vorschreiben, um Begegnungsverkehr ohne Einschränkungen zu gewährleisten.
Mit der Verlegung der Postfiliale entfällt ein früheres Argument für das enge Straßenprofil: Die Lieferfahrten und Paket-Abholungen, die zuvor viele Parkplätze beanspruchten, sind nun nicht mehr relevant. Dies schafft die Chance, endlich die Gehwege zu verbreitern und mehr Sicherheit sowie Komfort zu bieten.
Die Fraktion der Grünen beantragte Ende 2024 ein Konzept mit folgenden Eckpunkten:
Im rückwärtigen Bereich der Hauptstraße stehen ohnehin ausreichend Parkplätze zur Verfügung – die Erreichbarkeit der Geschäfte bleibt also gewährleistet.
Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, sondern steigern auch die Aufenthaltsqualität der Hauptstraße. Ein breiterer und barrierefreier Gehweg lädt dazu ein, die Geschäfte vor Ort zu besuchen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die neue Mitte von Wehrheim zu beleben.
Trotz der klaren Vorteile fand unser Antrag keine Mehrheit in der Gemeindevertretung. Andere Fraktionen entschieden sich dafür, den nicht rechtskonformen und fußgängerunfreundlichen Zustand weiter zu dulden. Wir Grüne bleiben dabei: Die Hauptstraße muss sicherer, barrierefreier und lebenswerter werden. Wir setzen uns weiterhin für eine Umgestaltung ein, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt – nicht das Auto.
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